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Züri 2.0
Social Media ist in der öffentlichen Verwaltung angekommen. Anfang 2011 startete der Kanton Zürich eine einjährige E-Government Pilotphase: Der Kanton auf Facebook und Twitter.
Der Kanton erhofft sich, durch diese beiden Auftritte einen besseren Zugang zur Bevölkerung zu erlangen – auf einer Ebene, auf der die Bürger sich bereits rege austauschen. Auf diese Weise will man uns Bürger schnell und einfach erreichen, da viele von uns sich ein Leben ohne die sozialen Netzwerke gar nicht mehr vorstellen können und sie mehrmals täglich besuchen. Ich bin da bestimmt nicht der Einzige.
Vor allem um auf Veranstaltungen hinzuweisen, wurde mit Facebook und Twitter eine Erleichterung geschaffen. Medienkonferenzen werden online live geschaltet. Medienmitteilungen werden online gestellt. Abstimmungen werden angekündigt und erklärt, auch die dazugehörigen Unterlagen kann man online finden. Regierungsratsbeschlüsse werden bekanntgegeben, sodass man darüber stolpert, auch wenn man sich sonst kaum dafür interessieren würde. Anfragen oder Anregungen können einfacher eingebracht werden. Die spannendste Idee in diesem Projekt ist aber, dass die Social Media Tools auch in komplexere Situationen eingesetzt werden, wie zum Beispiel bei Krisen oder Notfällen, bei denen man die Geschwindigkeit und Aktualität als Stärke nutzen kann. Wichtig ist, dass der Kanton in diesem Fall eine durchdachte Strategie hat.

Zürich will als zukunftsoffener und moderner Kanton auftreten und sich attraktiv für Tourismus und Wirtschaft präsentieren. Deshalb - und auch für die multikulturelle Bevölkerung - kann man zwischen den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch wählen. In dieser Pilotphase soll sich herausstellen, ob die Netzwerke genutzt werden und so ob es sich lohnt, auf diesen Ebenen weiter zu arbeiten oder sie gar auszubauen.
Nun, nur schon, dass ein derartiger Pilot gestartet wurde, finde ich lobenswert. Wie man den Auftritt noch webbiger machen könnte? In dem man den beiden Accounts ein Gesicht gibt. Wie man es zum Beispiel in New York macht. The Big Apple hat nämlich seine eigene Social Media Managerin, eine hübsche siebenundzwanzigjährige namens @RachelSterne. Sie ist wird vom Bürgermeister mit dem Ziel eingesetzt, die Regierung userfreundlicher zu gestalten, d.h. die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bevölkerung zu verbessern. Miss Sterne arbeitet eng mit den verschiedenen Bereichen der Verwaltung zusammen und will - ihren eigenen Worten zufolge - die tollste Stadt der Welt zur online innovativsten Stadt machen, durch mobile Technologien, welche die Qualität der Dienste verbessern und den Bürgern helfen.

Deshalb liebe Zürcher, followen, twittern und posten Sie mit, damit wir diese Chance wahrnehmen können! Denn was für NYC gilt, gilt auch für uns. Und das meine ich jetzt keineswegs ironisch. Die online Demokratisierung als Unterstützung für die offline Demokratie.

(Diese Kolumne wurde in der www.werbewoche.ch publiziert)

