- Posts tagged wedding
- Explore wedding on posterous
Social Royal Wedding
Kate Middleton ist so was wie eine Diana 2.0. So jedenfalls fand kürzlich @mikeschwede, und diesen Eindruck hatte tatsächlich, wer den Buzz um ihre Hochzeit mit Prinz William mitverfolgte. Kaum war die Hochzeit vorbei, veröffentlichten verschiedene Quellen einige sehr interessante Zahlen zur Nutzung von Social Media während der Hochzeit. Ich habe sie mir etwas genauer angeschaut.
YouTube war das Zentrum der royalen Online-Aktivitäten, mit einem eigenen „The Royal Channel“. Auf der extra für die Hochzeit eingerichteten Seite fühlte ich mich so up-to-date, als wäre ich selbst in einer vergoldeten Kutsche hinter dem Brautpaar unterwegs. Ich konnte nicht nur die ganze Zeremonie mitverfolgen, sondern auch die Route abrufen, welche die royalen Autos und Kutschen bis hin zur Westminster Abbey zurücklegten, wo die restlichen Gäste und das feiernde Volk (2,274 Leute haben auf foursquare eingecheckt) auf ihre Monarchen in spe warteten. Auch konnte ich mich im ‚Social Media Gratulationen Buch’ verewigen. Indem ich eine selbstaufgenomme Videomessage uploadete. Gemäss Techcrunch wurde das Royal Wedding bis heute über 100 Millionen mal angeschaut.
Auf Facebook wurden von britischen Usern (während der Hochzeit selbst) pro Sekunde 47 Updates abgegeben. 684,399 Status-Updates insgesamt. 1.77 Millionen Mal wurde innerhalb der letzten vier Wochen vor der Hochzeit auf Facebook das Wort „Royal Wedding“ erwähnt. Dazu kommen die 1.8 Millionen Posts aus den USA.
Twitter erlebte aber den grössten Buzz zum Thema. 2.1 Millionen Mal wurde während der Hochzeitswoche über den Event gezwitschert. Es gab eigens einen Twitter-Chat, indem die Zuschauer live mit anderen ihre Meinungen und Eindrücke austauschen konnten. 3.5 Millionen Tweets sind seit Bekanntgabe der Verlobung durch das Social Media Portal gewandert.
Beeindruckend. Oder...? Als ich aber die diese Zahlen mit den geschätzten 2 Milliarden Menschen, die den Anlass am TV gesehen haben sollen, verglich, dachte ich: „Oppla... Gar nicht mal so viel.“ Oder doch?
Nun: Während man TV einfach konsumieren kann, muss man bei Social Media selber aktiv werden. Zumindest beim posten. Zwei weitere Gründe sprechen aber noch dafür, dass #royalwedding trotzdem der Beginn einer neuer Ära einläutet. Nicht nur für das Haus Windsor.
Erstens: Die Konvergenz zwischen klassischen und sozialen Medien. Alle grossen TV-Sender der Welt haben Social Media und TV verbunden, um ihren Zuschauern eben diesen gegenseitigen Dialog zu ermöglichen. Mit Facebook-Fragen zu „who is the best dressed?“ oder mit einem Facebook Chat-Stream. ITN ist sogar weiter gegangen und hat seine Live-Übertragung auf der Facebook-Seite integriert. Sie erreichte 3.5 Millionen Streams. Daraus ergibt sich der zweite Grund: Die soziale Komponente. Bei kaum einem Anlass wird drum herum soviel diskutiert, wie bei einer Hochzeit und das geht Hand in Hand mit meiner These, Social Media sei „People talking with people about things they care“. Kein Wunder dominiert das Thema „Hochzeitskleid“ mit 72.9% den Social Buzz.
Fazit: Die englische Prinzenhochzeit wird als erster grosser „Two-Screen“-Event in die Mediengeschichte eingehen. Und die Art und Weise, wie Events medial auseinandergesetzt werden, erreicht neue – sprich partizipative – Dimensionen.
(Diese Kolumne wurde in der www.werbewoche.ch publiziert)


